Zahnarztpraxis

Dr. van den Busch

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Patricia Lambertus

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Patricia Lambertus

Selten steht in der Offensive des scheinbar Randständigen und Ausgeschlossenen in der Kunst die viel gescholtene Tapete im Zentrum einer Auseinandersetzung mit Raum, Ort und Formgeschichte. Tapeten – Fundstücke aus Musterbüchern, Relikte in verlassenen Wohnungen, weggeworfene Bahnen oder auch Materialspenden und Zukäufe sind die Basis der Collagen von Patricia Lambertus. Sie setzt Tapetenreste auf Wänden zu einem neuen Bild zusammen. Es ist zumeist von kurzer Dauer, denn mit der nächsten Ausstellung oder durch eine andersartige spätere Nutzung der Räume werden ihre Werke mitunter zerstört. Manche ihrer Collagen vollziehen den Schritt zum traditionellen Bildformat und entstehen hinter Acrylglas in Verbindung mit Zeichnungen. (...)

Lambertus arbeitet konzeptionell mit der Beschaffenheit des Materials. Sie öffnet sowohl metaphorisch wie konkret Zwischenräume nicht nur mit ihren Raum-Bildern sondern auch im etwas kleineren Format der Zeichnung: Ihre nach Fotografien entstandenen Architekturskizzen von städtischen Fassaden wirken durch die hinter dem Acrylglas aufgebrachten Tapetenausschnitte als ob sie auf fremdem Grund hausieren würden. Sie sind mit leichtem Abstand zur Wand montiert. Dies verleiht dem Gesamtgebilde den Eindruck von Leichtigkeit, Durchsicht und auf verknappte Weise auch räumliche Tiefe. Das Glas ist nicht mehr nur Schutz sondern konkreter Bildträger, der in der Betrachtung ebenso berücksichtigt werden will. Solch ein reflexiver Umgang mit den Materialien und formalen Bedingungen der Präsentation verknüpft das Böse mit dem Guten der Tapete, ihren Schein mit ihrem Sein, denn sie wird nicht einfach als Oberflächendekor eingesetzt.

Dirck Möllmann (2009, Katalog Patricia Lambertus)

 

 

Biographie

1996 – 2004
Studium an der Hochschule für Künste Bremen
Meisterschülerin von Karin Kneffel

2000 – 2001
Gaststudium in Berlin bei Katharina Grosse

Preise/Stipendien

2011
- Stipendium des Kultusministeriums Sachsen – Anhalt, Schloß Hundisburg
- Residenzstipendium Diamantenbörse, Frankfurt, basis eV.

2010
- Stipendium des Kultusministeriums Sachsen – Anhalt, Dahrenstedt
- Residenzstipendium Berlin – Senator für Kultur Bremen

2008
- Stipendium Künstlerhaus Hooksiel
- Kunstfonds Formine / Italien

2006
- Förderpreis für Bildende Kunst, Ottersberg / Niedersachsen

2003
- Thales Förderpreis der NORDWESTKUNST / Kunsthalle Wilhelmshaven

Einzelausstellungen (Auswahl)

2012
- Kunstverein Gera sugar-free

2011
- Galerie Hübner, Frankfurt best-x-ever

2010
- Goethe-Institut Damaskus / Syrien Nothing is older than yesterday´s news

2009
- Skam, Hamburg Tarnen und Täuschen

2008
- Galerie Hübner, Frankfurt Pretty Caroline
- Künstlerhaus Hooksiel Italienische Reise (K)

Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)

2012
- Museum Bochum bochumerkünstler2012 (K)

2011
- Paula Modersohn-Becker Museum / vis-à-vis. Vom Heiligenschein zur LED

2010
- GAK, Bremen Jahresgaben
- Kunsthalle Worpswede Paula Moderson-Becker Preis
- Art Space Riga, Lettland Gazing at the stars
- Pentimenti Galerie, Philadelphia, USA Spark, Borrow and Steal
- The Forgotten Bar Project, Berlin Germanica Humira
- Kunstverein Hannover / Langenhagen Leinen los! (K)
- Städtische Galerie Bremen 33. Bremer Förderpreis für Bildende Kunst

2009
- Gleishalle Bremen Spring! (K)
- Galerie Hübner, Frankfurt Landschaft (K)

2008
- Kirgisisches National Museum of Fine Art Die Utopie des Raumes

2007
- Darmstädter Sezession Standort 07

2006
- Zeche Zollverein, Essen Kunstquadrate (K)

2004
- Hartware Medien Kunstverein, Dortmund Heimatwechsel

2003
- Museum Bochum Jahresausstellung (K)
- Kunsthalle Wilhelmshaven NORDWESTKUNST

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